AdventskalenderBastelnBrauchtumDownloadLinksLiederGedichteWeihnachtsmärkteBilderGeschichtenKüchePostamt

Klassische Gedichte * Lustige Gedichte * Besinnliches * Gedichte für Kinder * Mundart Gedichte

Advent
Adventzeit
Als der Nikolaus kam
Am Tag vor Weihnachten
Auf Weihnachtsmanns Spuren
Bis Weihnachten ist`s nicht
Brich an, du schönes
Christkind im Walde

Christkinds Getreuer Knecht

Das Christkind
Das Weihnachtsbäumlein
Der gleitende Purpur
Der Nikolaus
Der Seelchenbaum
Der Stern
Der Traum
Der Weihnachtsaufzug
Der Weihnachtsabend Kellners
Der Weihnachtsmann spricht
Der Weihnachtsbaum
Der Weihnachtsstern
Der Winter ist ein rechter Mann
Die lustige Weihnacht
Die Weihnachtsmaus (C.Telker)

Epiphanias
Es treibt der Wind...
Im Advent

Im Dezember
Knecht Rupprecht
Knecht Rupprecht ( Original )
Leise fällt der Schnee
Liebesgedicht zumNikolaus
Lob des Essens
Markt und Straßen stehn verl.
Marsch der Puppen
Mich deucht ich sah ...

O schöne herrl. Weihnachtszeit
Pfefferkuchenmann
Sankt Nikolaus
Seht! Der jetzt h. vor euch steht
Tannengeflüster
Tierweihnacht
Vom Büblein auf dem Eis
Vom Himmel in die tiefsten
vom Honigkuchenmann
Weihnacht
Weihnachten feiern
Weihnachtsgebäck
Weihnachts-Kantilene
Weihnachtsläuten
Weihnachtslied
Weihnachtspost

Weihnachtswünsch Nimmersatt
Wir sagen euch an den lieben
Zur Weihnachtszeit


Sie sind der

Besucher in der
Weihnachtsstadt

Haftungsausschluss
Impressum
Gästebuch
Blog

zuletzt aktualisiert:
15.10.2011

© rolf_tischer@weihnachtsstadt.de GDH

 

Knecht Rupprecht

von Theodor Storm

Rupprecht:
Habt guten Abend, alt und jung
bin allen wohl bekannt genung.

Von drauß vom Walde komm ich her;
ich muß Euch sagen es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
da rief's mich mit heller Stimme an:
Knecht Rupprecht, rief es alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder weihnachten werden!

So geh denn rasch von Haus zu Haus.
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken
mit schönen Sachen sie mag beschenken.
Ich sprach: O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat.
Hast denn das Säcklein auch bei dir?
Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier,
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
fressen fromme Kinder gern.
Hast denn die Rute auch bei dir?
Ich sprach: die Rute die ist hier.
Doch für die Kinder, nur die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht.
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!
Von drauß, vom Walde komm ich her,
Ich muß euch sagen es weihnachtet sehr!
Nun sprecht wie ich's hierinnen find:
sind's gute Kind., sind's böse Kind?

Vater:
Die Kindlein sind wohl alle gut,
haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Rupprecht:
Ei,ei, für trotzgen Kindermut
ist meine lang Rute gut!
Heißt es bei Euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?

Vater:
Wie einer sündigt so wird er gestraft;
die Kindlein sind schon alle brav.

Rupprecht:
Stecken sie die Nas auch tüchtig ins Buch,
lesen und scheiben und rechnen genug?

Vater:
Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,
wir hoffen zu Gott, daß es endlich schafft.

Rupprecht:
Beten sie denn nach altem Brauch
im Bett Ihr Abendsprüchlein auch?

Vater:
Neulich hört ich im Kämmerlein
eine kleine Stimme sprechen allein;
und als ich an die Tür getreten,
für alle Lieben hört ich sie beten.

Rupprecht:
So nehmet denn Christkindleins Gruß,
Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuß;
probiert einmal von seinen Gaben
morgen sollt ihr was besseres haben.
Dann kommt mit seinem Kerzenschein
Christkindlein selber zu euch herein.
Heut hält es noch am Himmel Wacht;
nun schlafet sanft, habt gute Nacht.